LUISE WINKELMANN – DAS ZWEITE GESICHT

Beschreibung

… Zu jedem Anfang gehört der Mut.

Sie ließ sich auf das Wort ein, verwundert über die Gedanken, die es zu Bildern formen. Erstaunt über sich. Sie probierte sich aus. Wurde mutiger. Wie im Rausch schrieb sie zeitweise. Sie nahm es auf mit der Welt, setzte sich mit ihr auseinander. Und schrieb.

Schreibend öffnete sich ihr ein anderer Raum. Zaghaft manchmal noch immer und doch zuversichtlich, bezog sie ihn. Bebilderte ihn mit Arbeiten ihres Freundes, des Malers. Er regte sie zu Gedichten an, machte Mut, wenn Zweifel sie quälten. Der Zyklus Wort und Bild entstand, wurde in der Presse veröffentlicht und fand Liebhaber.

Der Freund.

Seine Bilder illustrieren nicht ihre Texte. Sie sind in sich geschlossen und doch ein Ganzes mit den Gedichten. Reizvolle Spannung und Harmonie. Spürbar zwei sehr verschiedene Menschen, in eigenwilliger inniger Beziehung zueinander. Behutsam gehen sie miteinander um.

Der eine kann den anderen auf dem Lebensweg nicht einholen und ihn doch tröstend in die Arme schließen. Der Weg wird geebnet.

Aber gehen muß jeder allein. So lange die Kraft reicht. …

 

Jerichow, im Frühjahr 2002

Dorothea Iser

Das Buch ist erhältlich im Dr. Ziethen Verlag Oschersleben: „Luise Winkelmann – Das Zweite Gesicht (Illustrationen Erhard Holley)“